Ein gelber VW ID.4 auf einem Platz parkiert

Jungfernfahrt mit dem ID.4

Jungfernfahrt mit dem ID.4

Es ist eine Premiere für alle Beteiligten: für den neuen ID.4, der erstmals auf Schweizer Strassen unterwegs ist. Und für den Basler Grafiker André Hasse (53) und seinen Sohn Tim (13) als Beifahrer, die zuvor noch nie in einem Elektroauto gesessen sind. Ein Ersterlebnisbericht. 

Text André Hasse  Fotos Dominique Zahnd, Reto Neyerlin  Video Dominique Zahnd

Die «Grand Tour of Switzerland» steht schon lange auf unserer To-do-Liste. Also nutzen wir die Gelegenheit und absolvieren den Test des vollelektrischen SUV von Volkswagen auf der Schweizer Panoramastrecke. Sie ist geradezu prädestiniert dafür – gilt sie doch als weltweit erste elektrifizierte Rundfahrt, mit über 300 Ladestationen entlang der 1600 Kilometer langen Route. Wir entscheiden uns für die Teilstrecke von Genf über Neuchâtel nach Basel. Heisst: knapp 350 Kilometer entlang des Genfersees, über die Jura-Hochebenen bis in die Stadt am Rheinknie, verteilt auf zwei Tage. 

Der ID.4 1ST Edition mit der 77 Kilowattstunden starken Batterie erwartet uns vollgeladen in der Hotelgarage. Sein Display zeigt eine Reichweite von 420 Kilometern an. Für unsere Route sollte das also locker reichen. 

Vater und Sohn lehnen sich an einen gelben ID.4

Den Wählschalter auf «D», und schon ist das Elektroauto abfahrbereit. Als Fahrer bemerkt man das erstmal nicht, kein Motorengeräusch durchbricht die Stille. Beim Tritt aufs Gaspedal wird es einem aber umso bewusster: Mit Vehemenz stürmt der ID.4 vorwärts, dank Ein-Gang-Getriebe stehen aus dem Stand die vollen 310 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung. Das sorgt auch auf dem Papier für beeindruckende Zahlen: Das Kompakt-SUV beschleunigt innert 8,5 Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer. 

Bei niedrigen Geschwindigkeiten ist ein leises, künstliches Geräusch zu hören – damit Fussgänger und Velofahrer den ID.4 herannahen hören. «Cool, das tönt wie in einem Raumschiff», meint Tim.    

Tag 1: 

Genf – Nyon – Col du Marchairuz – Lac de Joux – Orbe – Yverdon-les-Bains – Val de Travers

Erstes Highlight ist die Fahrt entlang des Seebeckens von Genf. Leider ist der Jet d’eau an diesem bitterkalten Samstag im Januar nicht in Betrieb. Die Aussicht auf die Juraausläufer und die Möwenschwärme sind dennoch spektakulär. Bei Gland verlassen wir die Uferstrasse und nehmen Kurs Richtung Berge. Mit Leichtigkeit treibt der 204 PS starke Elektromotor den ID.4 den Col du Marchairuz (1443 M. ü. M.) hinauf, der Heckantrieb und der dem Batteriepaket geschuldete tiefe Schwerpunkt sorgen für gehörig Fahrspass. 

Vater und Sohn blicken an den Horizont. Ein ID.4 steht neben ihnen.

Lässt sich per Sprache bedienen


Die Route geht weiter am Lac de Joux entlang, dem grössten See im Juragebirge, der im Winter gerne mal komplett zufriert. Aktuell ist er jedoch eisfrei, und wir bewundern den Farbkontrast zwischen dem grau-blauen Wasser und der schneeweissen Landschaft. Tim hat unterdessen die Sprachbedienung entdeckt, die sich mit «Hallo Volkswagen» aktivieren lässt. Als er sagt: «Mir ist kalt», antwortet prompt eine freundliche Computerstimme, dass die Temperatur um ein Grad Celsius erhöht werde. So bedient man also moderne Autos. 

Bis zu unserem nächsten Stopp, dem mittelalterlichen Städtchen Orbe, geht es vor allem bergab. Ich stelle den Fahrmodus von «D» wie «Drive» auf «B» wie «Brake», und der ID.4 beginnt spürbar stärker zu rekuperieren. So gewinnt er einen Grossteil der Energie, die er beim Hinauffahren verbraucht hat, wieder zurück. Clever!

Das stetige Auf-und-ab setzt sich fort: Nach Yverdon passieren wir mit dem Col des Etroits den zweiten Pass des Tages und erreichen das Val de Travers. Hier, im Tal der Grünen Fee, wie die berühmt-berüchtigte Wermutspirituose Absinth auch genannt wird, übernachten wir. Dafür haben wir das Hotel de l’Aigle in Couvet ausgesucht, eines der offiziellen Grand-Tour-Gasthäuser, die über eine Schnellladestation verfügen. Denn auch wenn wir laut der Reichweitenanzeige problemlos bis nach Basel kommen, laden wir über Nacht nochmals auf – als Elektro-Neulinge wollen wir lieber nichts riskieren. 

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Tag 2: 

Neuchâtel – La Chaux-de-Fonds – Franches-Montagnes – Saint-Ursanne – Delémont – Mariastein – Basel

Am Morgen ist es eisig kalt. Für uns kein Problem: Über die VW App «We Connect» haben wir die Wärmepumpe des ID.4 vorab gestartet, so dass uns ein gemütlich-warmer Innenraum und freie Scheiben erwarten. Nach einem kurzen Abstecher an den Neuenburgersee geht es wieder in die Höhe. Die Freiberge präsentieren sich in märchenhaftem Weiss, und wir wagen uns auf eine schneebedeckte Seitenstrasse – auch hier fühlt sich das Elektro-SUV wohl. 

Auf den schmalen Wegen kann der ID.4 eine weitere Stärke ausspielen: seinen geringen Wendekreis. Dank des fehlenden Verbrennungsmotors lenken die Räder ungewohnt stark ein. So wendet der 4,58 Meter lange ID.4 auf einer Fläche, die selbst für einen Kleinwagen knapp wäre. Ganz im Gegensatz dazu steht die Raumfülle im Innern – mit einer Beinfreiheit im Fond, wie man sie sonst aus Oberklassefahrzeugen kennt. In Sachen Raumausnutzung kann die Elektromobilität voll punkten.

Der ID.4 in verschneiter Landschaft vor einem Gebäude

Immer wieder versammeln sich interessierte Passanten um unseren Testwagen, auch in Saint-Ursanne, der historischen Kleinstadt am Doubs. «Kann man den schon kaufen», ist die Frage, die wir am häufigsten hören. Ja, bestellen kann man ihn bereits, und bald kommt auch die Allradvariante GTX.

Sportlich durch die Kurven

Wir nehmen die letzte Etappe in Angriff, die von Delémont über den Pilgerort Mariastein nach Basel führt. Noch einmal geniessen wir das sportlich-komfortable Fahrverhalten des ID.4, der sich auf den kurvigen Strassen der Nordwestschweiz von seiner besten Seite zeigt.   

Der ID.4 auf einer kurvigen Strasse
Der ID.4 vor einem Restaurant auf der Strasse

Am Ziel kommen wir mit einem Durchschnittsverbrauch von 20,7 Kilowattstunden auf hundert Kilometern an – ein guter Wert für die winterlichen Verhältnisse und meine nicht immer zaghafte Fahrweise. So fällt das Fazit durchs Band positiv aus. Für Tim ist der Fall auch klar: «Als nächstes Auto darfst Du gerne den ID.4 kaufen, Papa.»  

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Das erste Elektro-SUV von Volkswagen

Der ID.4 ist das erste elektrische Weltauto von Volkswagen – und inzwischen bestellbar. Bereits erhältlich sind der ID.4 1ST und 1ST Max, noch im Frühling folgen das Einstiegsmodell Pure (ab unter 40 000 Franken) sowie die die Ausführungen City und Pro. Für die Schweiz besonders interessant ist der ID.4 GTX mit Allradantrieb und 225 kW (306 PS), dessen Markteinführung im Sommer 2021 geplant ist. 

Energieetikette 2021 der Kategorie A

VW ID.4 1ST E-Motor 150kW 1-Gang Automatik, 204 PS, CHF 52'850.-, 21.6 kWh/100 km, 0 g CO2/km, Kat. A.

Der ID.4 auf einer Strasse gleich neben einem See

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